Peking 北京
Li Auto Inc. 理想汽车

1. April 2026

Li Auto ist einer der Start-Up-Gründergeschichten, der „drei Freunde“ von Li Auto, NIO und Xiaopeng. Der Konzern war bereits kurz nach dem Verkaufsstart der ersten Fahrzeuge hochprofitabel und verzeichnet seitdem Gewinne. Doch Absatz und Gewinne gehen zurück. Die gute Kapitalbasis ermöglicht jedoch umfassende Investitionen für eine Neuausrichtung.

Li Auto hat seine Zentrale und eine Produktionsstätte in Peking und eine weiteres Werk in Changzhou. Das Unternehmen ist mit der Produktion von Elektrofahrzeugen mit Reichweitenverlängerung durch Benzinmotoren gestartet. Die großen Fahrzeuge, oft mit luxuriösen Sessel, Farbfernseher, Kühlschrank und umfassender Elektronik begründeten in China das Segment der “rollenden Wohnzimmer”.

Vom Internetunternehmen zum Gründer eines Autokonzerns

2015 gründete Li Xiang, Gründer der chinesischen Website PCPop und der Automobil-Website Autohome.com.cn, das Unternehmen Beijing Chehejia Information Technology. Chehejia begann mit der Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen mit niedriger Geschwindigkeit , die auf Carsharing- und Fahrdienstvermittlungsdienste abzielten. 2018 schloss Chehejia eine Vereinbarung über ein Joint Venture mit DiDi, Chinas größtem Fahrdienstvermittler, doch das Vorhaben scheiterte kurz darauf. Im ersten Halbjahr 2018 gab Chehejia das Projekt für Elektrofahrzeuge mit niedriger Geschwindigkeit aufgrund mangelnder Unterstützung der chinesischen Zentralregierung für die Legalisierung dieser Fahrzeuge auf.

Im Jahr 2019 benannte sich die Holdinggesellschaft Chehejia Technologies mit Sitz auf den Kaimaninseln in Leading Ideal Inc. um. Im darauffolgenden Jahr verkürzte sie den Namen auf Li Auto und firmierte seitdem unter dem Namen Li Auto Inc. In China wird die Marke als Lixiang vertrieben.

Erste Auslieferungen 2020

Li Auto stellte sein erstes Modell, den Li One, im April 2019 vor; die Produktion begann im November desselben Jahres. Es handelt sich um einen Elektro-SUV mit Reichweitenverlängerung. Die Produktion erfolgte im Werk Changzhou, die Auslieferung des Fahrzeugs begann Anfang 2020. Im Juli 2020 debütierte Li Auto an der Nasdaq und nahm in seiner ersten Finanzierungsrunde 1,1 Milliarden US-Dollar ein.

Im Oktober 2021 begann Li Auto mit dem Bau seines zweiten Werks im Bezirk Shunyi in Peking. Das Gelände gehörte zuvor Beijing Hyundai, wurde aber aufgrund eines anhaltenden Absatzrückgangs von Beijing Hyundai an Li Auto verkauft.
Im Jahr 2021 lieferte Li Auto mit nur einem Modell, dem Li ONE, etwa 90.000 Fahrzeuge aus, was der Verkaufszahl von drei Modellen von NIO und zwei Modellen von XPeng entsprach. Dies führte zu günstigen Produktionskosten und schon kurz nach Verkaufsstart zu hohen Gewinnen Die Bruttomarge in 2021 betrug 21,3 Prozent. Das Nettoergebnis bei lag bei etwa 780 Millionen Yuan (100 Yuan = ca. 12,5 Euro).

Brillanter Start und schnelle Abkühlung

Gründer Li Xiang vergrößerte daraufhin seine Ambitionen. Ein strategische Ziel von 1,6 Millionen verkauften Fahrzeugen bis 2025 wurde festgelegt. Die Expansionspläne konnten jedoch nicht realisiert werden Im Gegenteil: im Jahr 2025 lieferte Li Auto insgesamt 406.000 Fahrzeuge, was einem Rückgang von 18,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Dementsprechend sanken die Einnahmen um 22,3 Prozent auf 112,3 Milliarden Yuan. Das Nettoergebnis fiel von 8 Milliarden Yuan auf 1,1 Milliarden Yuan, was einem Rückgang von 86 Prozent entspricht. Das Unternehmen geriet erneut in Betriebsverluste. Der Jahresbetriebsgewinn betrug -520 Millionen Yuan. Erst mit dem Zinsertrag von 1,92 Milliarden Yuan konnte ein Buchgewinn erzielt werden.

Neuausrichtung notwendig

Hatte Li-Auto zu Beginn mit seinen “rollenden Wohnzimmer” fast ein Alleinstellungsmerkmal, so haben jetzt einige Produzenten ähnliche Modelle im Angebot. Die harte Konkurrenz mit laufend neuen Modellen und Preissenkungen machen dem Unternehmen zu schaffen. Li versuchte ebenfalls durch neue Modell seine Position gegenüber der Konkurrenz auszubauen. 

Im Jahr 2022 unterzog Li Auto sein Portfolio einer umfassenden Überarbeitung, führte eine neue Designsprache ein und erweiterte sein Modellangebot über den bestehenden Li One SUV hinaus um drei völlig neue Modelle. Das Flaggschiff Li L9 feierte im März Premiere, gefolgt vom L8 , einer verkürzten Variante, und dem L7 , einer kleineren Version ohne dritte Sitzreihe, die im September vorgestellt wurden. Im selben Monat beschloss Li Auto, die Produktion des Li One im Oktober 2022 einzustellen. Im November 2023 präsentierte Li Auto sein viertes Modell, den Li Mega, einen großen Flaggschiff -MPV. Es ist das erste batterieelektrische Auto des Unternehmens.

Investition in Kerntechnologien

Die Erfolge lassen jedoch auf sich warten. Doch die anhalten Gewinne ermöglichen weitere Investitionen in Zukunftsstrategien. Eine wirkliche Krise dürfte der Konzern nicht haben, auch wenn Li von den schnellen Erfolgen verwöhnt ist und keine grandiose Profitabilitätsrate mehr zu verzeichnen ist. Selbst in der gegenwärtigen Phase hoher strategischer Investitionen konnte Li Auto seine Profitabilität bewahren. Der Jahresnettogewinn 2025 betrug über einer Milliarden Yuan, wobei das Unternehmen als einziges chinesisches Start-up-Unternehmen drei Jahre in Folge einen Umsatz von über 100 Milliarden Yuan erzielte und profitabel war.

Bis Ende 2025 waren die Barreserven von Li Auto auf 101,2 Milliarden Yuan angewachsen, der höchste Wert unter den chinesischen Herstellern von Elektrofahrzeugen. Diese beträchtliche Finanzkraft bildet eine gute Grundlage für langfristige Investitionen in Forschung und Entwicklung, Produktinnovationen, Produktionskapazitäten, dem Aufbau von ultraschnelle Ladeinfrastruktur und Vertriebsdienstleistungen.

Mit dieser Finanzstärke investierte Li Auto verstärkt in Kerntechnologien. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten im vierten Quartal 3 Milliarden Yuan und im Gesamtjahr 2025 einen Rekordwert von 11,3 Milliarden Yuan. Die Hälfte davon floss in KI und führte zu bedeutenden Durchbrüchen bei hauseigenen Chips, Basismodellen und einem kompletten Liniensteuerungs-Chassis. Die integrierte Software-Hardware-Basis des Unternehmens für verkörperte Intelligenz ist nun vollständig ausgebaut. In den vergangenen drei Jahren beliefen sich die kumulierten Investitionen in Forschung und Entwicklung auf insgesamt 33 Milliarden Yuan.

Expansion nach Europa

Auch der Aufbau des internationalen Geschäft soll das Firmenergebnis verbessern. Erste Exportmärkte sind Zentralasien und arabische Länder, wo bereits Vertriebs und Serviceniederlassungen eröffnet wurden.

Seit Februar 2026 ist Li Auto Mitglied bei der Chinesischen Handelskammer bei der EU. Über deren Automobil-Arbeitskreis kann das Unternehmen die Bedingungen für den Eintritt in den europäischen Markt sondieren. Bereit ein Jahr zuvor eröffnet Li Auto in München ein Forschung und Entwicklungszenten in München um seine Fahrzeuge auf den europäischen Markt anzupassen.

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Foto: © Li Auto
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer

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