Peking 北京 Himmelstempel – Tiāntán

Der Himmelstempel (chinesisch 天壇 / 天坛, Pinyin Tiāntán) in Peking ist die größte Tempelanlage Chinas zur Verehrung des Himmels und gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe. Erbaut wurde der kaiserliche Opferaltar zwischen 1406 und 1420 unter dem Ming-Kaiser Yongle zur gleichen Zeit wie die Verbotene Stadt. Hier beteten die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr in feierlichen Zeremonien für eine gute Ernte.

Architektur und Symbolik

Die gesamte Anlage spiegelt die traditionelle chinesische Kosmologie wider:

  • Himmel und Erde: Die Mauern des Tempelareals sind im Norden kreisförmig (Symbol für den Himmel) und im Süden quadratisch (Symbol für die Erde) gebaut.
  • Zahlenmystik: Die Zahl Neun (die kaiserliche Zahl) dominiert die Architektur – etwa bei den Stufen, Steinplatten und Säulen der Gebäude.

Die wichtigsten Bauwerke auf der Anlage

Das rund 273 Hektar große Areal ist dreimal so groß wie die Verbotene Stadt und erstreckt sich entlang einer 1.200 Meter langen Nord-Süd-Achse:

  • Halle der Gebete für eine gute Ernte (Qinian Dian): Das weltberühmte, dreistufige Rundgebäude mit dem blauen, kaiserlichen Ziegeldach. Das Meisterwerk der chinesischen Baukunst wurde komplett aus Holz und völlig ohne Nägel errichtet.
  • Halle des Himmelsgewölbes (Huangqiongyu): Ein kleineres Rundgebäude, das von der berühmten Echo-Mauer umschlossen ist. Durch die glatte Oberfläche der Mauer werden Flüstertöne über weite Distanzen entlang der Wand transportiert.
  • Altar des kreisförmigen Hügels (Yuanqiu Tan): Eine offene, dreistufige Marmorterrasse im Süden, auf der der Kaiser die direkten Opfer darbrachte.
  • Danbi-Brücke: Ein 360 Meter langer, erhöhter Steinweg, der die Hauptbauten miteinander verbindet.

Praktische Hinweise für Besucher

Der den Tempel umgebende Park wird heute von den Einwohnern Pekings intensiv für Tai-Chi, traditionellen Tanz, Gesang, Sport und Brettspiele genutzt.

  • Anreise: Am einfachsten mit der U-Bahn-Linie 5 bis zur Station Tiantandongmen (Ausgang A), die direkt am Osttor liegt.

ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Fotos: Georg Hassa / Thomas Kiefer

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge