Klimawandel ist kein „Bullshit“. China setzt bei Wasserstoff-Technologie auf internationale Kooperationen
Die enorme Menge und langfristige, integrierte Pläne und nicht in erster Linie Subvention, führten zu Chinas Aufstieg als Vorreiter von grüner Energie. Über die Hälfte aller Elektrofahrzeuge werden in China produziert und verkauft. Gleiches gilt für Windkraft und für Solartechnologie. Auch mehr als die Hälfte des grünen Wasserstoffs produziert und verbraucht China. Dies gibt den Unternehmen des Landes enormes Erfahrungswissen. Große, integrierte Produktionskapazitäten und ein harter Wettbewerb sorgen für schnelle technologische Innovationen und für fallend Preise.
Eine direkte Subventionierung spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Deutschland hat eine höhere Förderung pro produzierter Tonne, um die hohen hiesigen Produktionskosten künstlich wettbewerbsfähig zu machen. China hingegen fördert die Infrastruktur und die Fabriken, wodurch die Produktion so günstig wird, dass die Unternehmen kaum noch laufende Subventionen pro Tonne benötigen. Die Industriepolitik ist in einem funktionierenden Gesamtplan eingebunden.
Im chinesischen Plan geht es weniger um die Weltherrschaft, sondern es stehen eher globale Kooperationen im Vordergrund. Der Klimawandel bedroht die Menschheit und fossile Energieträger sind unsicher, sind endlich. Die chinesische Politik betont dabei eine „Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“ und auch bei Gesprächen mit den einfachen Bürgern auf der Straße nennen diese zumeist die Dringlichkeit eines ökologischen Umbaus der Welt. Die Stimmung für ökologische Themen ist in China viel offener, wie bei der deutschen Regierung mit ihrer Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, welche die Förderung von grünem Wasserstoff zurückfährt und „technologieoffen“ eher farbneutralen bzw. blauen Wasserstoff aus fossilem Gas mit CO₂-Speicherung/CCS unterstützt. Noch extremer ist die Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der Maßnahmen gegen die Erderwärmung und den Klimawandel als „Bullshit“ bezeichnete. Er sieht die Diskussionen um den Klimawandel unter anderem als „the greatest con job ever perpetrated on the world“ (den größten Betrug, der je der Welt angetan wurde) oder als „green scam“ (grünen Schwindel).
Für europäische Unternehmen spielen diese weltpolitischen Hintergründe eine entscheidende Rolle, da China für internationale Kooperationen recht offen ist. Dabei spielt auch die globale Klimapolitik eine große Rolle. Es widerspricht dem Chinabild vieler Europäer, das die chinesische Politik und das das Land insgesamt oft wissenschaftsgläubiger, aber auch flexibel und pragmatischer vorgeht, als der Westen. Nicht Schutzwälle und Abschottung, sondern globale Regeln und internationale Kooperationen sichert die Zukunft.
China kooperiert beim Thema grüner Wasserstoff gezielt und strategisch mit internationalen Organisationen und Unternehmen weltweit. Anstatt sich internationaler Regulierung nur anzupassen, nutzt Peking diese Plattformen aktiv, um Technologiestandards mitzugestalten, globale Allianzen zu schmieden und Chinas Führungsrolle bei sauberen Energien zu festigen. Es ist auch logisch, dass die zukünftigen Standards dort gesetzt werden, wo die meisten Produkte entstehen und die größten technologischen Fortschritte gemacht werden.
Hier in Kürze was die KI zu den internationalen Kooperationen Chinas im Berich Wasserstoff aufführt:
Die internationale Zusammenarbeit Chinas lässt sich in vier wesentliche Säulen unterteilen:
1. Enge Verflechtung mit der UN (UNIDO & GEF)
Die wichtigste multilaterale Achse läuft über die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) und die Globale Umweltfazilität (GEF).
Das International Hydrogen Energy Centre (IHEC): Gemeinsam mit der UNIDO und führenden Forschungsinstituten (wie der Tsinghua-Universität) hat die chinesische Regierung das IHEC in Peking ins Leben gerufen. Dieses Zentrum fungiert als globaler Innovationshub. Es treibt wegweisende Großprojekte voran – wie den Bau eines gewaltigen 1,5-Gigawatt-Windparks zur Produktion von jährlich knapp 400.000 Tonnen grünem Ammoniak.
Das Green Hydrogen Energy Application Project: Über dieses von der UN und GEF finanzierte Multi-Millionen-Dollar-Programm forciert China die Kommerzialisierung von grünem Wasserstoff in seinen industriellen Ballungsräumen (wie Dalian, Ningdong und Shenyang) mit dem Ziel, Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.
2. Entwicklung globaler Zertifikate und Industriestandards
Wasserstoff kann nur dann weltweit gehandelt werden, wenn sich die Staatengemeinschaft auf Standards einigt (z. B. ab wann Wasserstoff offiziell als „grün“ gilt). China bringt sich hier massiv ein:
Die China Hydrogen Alliance arbeitet intensiv an Richtlinien, um die nationalen Standards mit internationalen Organisationen zu harmonisieren.
Bereits 2020 stellte China den weltweit ersten Standard zur Bewertung von sauberem und erneuerbarem Wasserstoff vor. Dieser basiert direkt auf dem Clean Development Mechanism der Vereinten Nationen.
Aktuell baut China digitale Plattformen zur Lebenszyklus-Rückverfolgung auf, um den internationalen Kriterien globaler Handelsorganisationen zu entsprechen.
3. Multilaterale Foren und öffentlich-private Partnerschaften
Peking nutzt globale Wirtschaftsorganisationen, um Chinas Lieferketten-Kompetenz zu demonstrieren:
World Economic Forum (WEF): Auf Plattformen wie dem WEF präsentiert sich China kontinuierlich als treibende Kraft für die globale Netto-Null-Wende.
Green Hydrogen Organisation (GH2): Bei dieser globalen Dachorganisation tritt China als zentraler Akteur auf. Internationale Experten und Organisationen bestätigen China dort regelmäßig die weltweite Technologieführerschaft bei der Elektrolyseur-Herstellung.
APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft): Auch regional nutzt China das APEC-Netzwerk für Innovations- und Projektkooperationen.
4. Bilaterale Brücken zu europäischen Institutionen
Obwohl der geopolitische Wettbewerb zunimmt, setzt China auf gezielte Kooperationsmechanismen mit dem Westen, um technologische Ökosysteme zu koppeln:
Deutsch-Chinesische Energiepartnerschaft: Über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) tauscht sich China regelmäßig auf Fachforen über Marktregulierungen und grüne Wasserstoff-Derivate aus.
China-Europe Hydrogen Technology Innovation Project: China nutzt dieses institutionelle Forum, um gemeinsame Referenzprojekte voranzutreiben und europäische Unternehmen in die chinesische Wasserstoff-Wertschöpfungskette einzubinden.
China kooperiert beim Thema grüner Wasserstoff gezielt und strategisch mit internationalen Organisationen. Anstatt sich internationaler Regulierung nur anzupassen, nutzt Peking diese Plattformen aktiv, um Technologiestandards mitzugestalten, globale Allianzen zu schmieden.
Die Zusammenarbeit lässt sich in vier wesentliche Säulen unterteilen:
1. Enge Verflechtung mit der UN (UNIDO & GEF)
Die wichtigste multilaterale Achse läuft über die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) und die Globale Umweltfazilität (GEF):
Das International Hydrogen Energy Centre (IHEC): Gemeinsam mit der UNIDO und führenden Forschungsinstituten (wie der Tsinghua-Universität) hat die chinesische Regierung das IHEC in Peking ins Leben gerufen. Dieses Zentrum fungiert als globaler Innovationshub. Es treibt wegweisende Großprojekte voran – wie den Bau eines gewaltigen 1,5-Gigawatt-Windparks zur Produktion von jährlich knapp 400.000 Tonnen grünem Ammoniak.
Das Green Hydrogen Energy Application Project: Über dieses von der UN und GEF finanzierte Multi-Millionen-Dollar-Programm forciert China die Kommerzialisierung von grünem Wasserstoff in seinen industriellen Ballungsräumen (wie Dalian, Ningdong und Shenyang) mit dem Ziel, Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.
2. Entwicklung globaler Zertifikate und Industriestandards
Wasserstoff kann nur dann weltweit gehandelt werden, wenn sich die Staatengemeinschaft auf Standards einigt (z. B. ab wann Wasserstoff offiziell als „grün“ gilt). China bringt sich hier massiv ein:
Die China Hydrogen Alliance arbeitet intensiv an Richtlinien, um die nationalen Standards mit internationalen Organisationen zu harmonisieren.
Bereits 2020 stellte China den weltweit ersten Standard zur Bewertung von sauberem und erneuerbarem Wasserstoff vor. Dieser basiert direkt auf dem Clean Development Mechanism der Vereinten Nationen.
Aktuell baut China digitale Plattformen zur Lebenszyklus-Rückverfolgung auf, um den internationalen Kriterien globaler Handelsorganisationen zu entsprechen.
3. Multilaterale Foren und öffentlich-private Partnerschaften
Peking nutzt globale Wirtschaftsorganisationen, um Chinas Lieferketten-Dominanz zu demonstrieren:
World Economic Forum (WEF): Auf Plattformen wie dem WEF präsentiert sich China kontinuierlich als treibende Kraft für die globale Netto-Null-Wende.
Green Hydrogen Organisation (GH2): Bei dieser globalen Dachorganisation tritt China als zentraler Akteur auf. Internationale Experten und Organisationen bestätigen China dort regelmäßig die weltweite Technologieführerschaft bei der Elektrolyseur-Herstellung.
APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft): Regional nutzt China das APEC-Netzwerk für Innovations- und Projektkooperationen.
Soweit die Auflistung durch KI. Der Klimawandel, aber auch die Strategien um die dramatische Folgen des Klimawandels in den Giff zu bekommen sind jedoch durch Menschen gemacht. Die deutsch-chinesische Kooperation im Bereich neuer Energien hat dabei eine lange Geschichte und einen Namen: Wan Gang.
Die chinesische Industriepolitik, die sich zu einer CO₂-freien Wirtschaft und Gesellschaft bewegen soll ,hat mit ihm deutsche Wurzeln. Wan arbeitete von 1991–2001 als Entwicklungsingenieur bei Audi in Ingolstadt. Bei verschiedenen Gespräche mit mir erklärte er bereits damals, dass die Optimierung von Verbrennungsmotoren wenig Sinn mache und die Zukunft in Wasserstoff und grünem Strom liege. Gegen Ende seiner zehnjährigen Karriere in Ingolstadt konnte er sich intensiv mit alternativen Antrieben beschäftigen. Angeregt durch damalige Prototypen-Entwicklungen im Volkswagen-Konzern und bei anderen globalen Autobauern erkannte er das hohe Potenzial von Elektro- und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen.
Im Jahr 2000 legte er dem chinesischen Staatsrat ein Konzeptpapier vor, das saubere Kraftstoffe als historische Chance für Chinas Autoindustrie und die ökologische Zukunft der Menschheit beschrieb. Daraufhin wurde er von der chinesischen Regierung bei Audi abgeworben mit der Zusage bei seiner Arbeit in China weitgehende Gestaltungsfreihaben zu haben. Nach seiner Rückkehr im Jahr 2001 gründete er an der Tongji-Universität das Institut für Wasserstofftechnologie und ein deutsch-chinesisches Hochschulzentrum.
Wan Gang gilt heute als „Vater des chinesischen E-Auto-Booms“. Dass er Wasserstoff (mittlerweile dezidiert grünen Wasserstoff) als wesentliche Säule für die Zukunft sieht, beruht auf den Weichenstellungen, die er als späterer Forschungsminister Chinas ab 2007 vornahm. Die gedanklichen Grundlagen dafür nahm er jedoch aus seiner Zeit in Deutschland mit.
Der jetzige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Oliver Blume, promovierte 2001 an der Tongji-Universität in Shanghai am Institut für Fahrzeugtechnik bei Wan Gang. Wan prägte auch bereits vor dreißig Jahren wesentlich meine eigene Abschlussarbeit, während deutsche Professoren unsere Thesen als grüne Spinnereien abtaten und sagten, dass die Chinesen wohl niemals ein modernes Auto bauen könnten.
Mert Offenheit und weniger Überheblichkeit ist dringend erforderlich. Erfolgversprechende Kooperationen basieren auf menschliche Begegnungen, gemeinsame Visionen und langfristige Strategien. Darum geht es bei der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg. Chinesische Unternehmen, Experten aus China sind dort zu sehen, zu sprechen. Sie erklären gerne ihre Unternehmensstrategie und können ihre Sichtweise auf die Welt verdeutlichen. Unserer Welt, die es nur einmal gibt.
Links
1995. Das Ende des westlichen Industriemodells
Hydrogen Technology World Expo
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Foto: Hydrogen Technology World Expo 2025 © Thomas Kiefer

