Die Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang hat Strahlkraft
Seit mittlerweile vier Jahrzehnten verbindet Schleswig-Holstein und die ostchinesische Provinz Zhejiang eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft. Was 1986 als Länderpartnerschaft begann, hat sich zu einem vielseitigen Netzwerk entwickelt, das Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Technologietransfer miteinander verknüpft. Besonders die wirtschaftliche Zusammenarbeit bildet dabei eine tragende Säule der Beziehungen.
Wachsende Handelsbeziehungen
China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands und für viele Unternehmen ein bedeutender Absatz- und Beschaffungsmarkt. Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Schleswig-Holstein und China haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das Handelsvolumen lag zuletzt bei über fünf Milliarden Euro und ist damit gegenüber 2013 um rund 75 Prozent gestiegen.
Schleswig-Holstein exportiert Waren im Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro nach China. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Maschinen, Fahrzeugteile, Lebensmittel sowie chemische Erzeugnisse. Für Schleswig-Holstein spielt dabei die Provinz Zhejiang mit ihrer Hauptstadt Hangzhou eine besondere Rolle. Die wirtschaftsstarke Küstenregion zählt zu den dynamischsten Provinzen Chinas und bietet Unternehmen vielfältige Chancen für Kooperationen und Markterschließung. Diese Entwicklung unterstreicht nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung Chinas für den echten Norden, sondern auch das große Potenzial, das in den Beziehungen zur Provinz Zhejiang liegt.
Brücke zwischen Schleswig-Holstein und China
Ein zentraler Baustein der Zusammenarbeit ist das Schleswig-Holstein Business Center in Hangzhou, das die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) betreibt. Das Büro dient als Anlaufstelle für schleswig-holsteinische Unternehmen, die den Einstieg in den chinesischen Markt planen und unterstützt zugleich chinesische Firmen bei Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben im echten Norden.
Die Bilanz zeigt die Bedeutung dieser Einrichtung: Mehr als 220 Unternehmen aus Schleswig-Holstein wurden beim Markteintritt in China begleitet. Gleichzeitig unterstützte das Business Center über 70 chinesische Unternehmen bei ihren Aktivitäten in Schleswig-Holstein.
Strategische Zusammenarbeit und persönlicher Austausch
Um die Partnerschaft weiterzuentwickeln, gründeten beide Regionen 1995 die Schleswig-Holstein-Zhejiang-Förderkommission. Sie tagt in der Regel alle zwei Jahre abwechselnd in Schleswig-Holstein und Zhejiang. Dort werden gemeinsame Handlungsfelder definiert und in Memoranden festgehalten.
Die Themen haben sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt. Neben Wirtschaft und Handel stehen heute unter anderem Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Umwelttechnologien, erneuerbare Energien, Tourismus sowie Wissenschaft und Bildung auf der Agenda.
Die Partnerschaft lebt auch von regelmäßigen Begegnungen auf politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene. Neben den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen in Hangzhou, gibt es regelmäßige Delegationsreisen.
Langjährige Partnerschaft mit Perspektive
Die Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang hat sich über die letzten 40 Jahre hinweg zu einer stabilen Plattform für wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Zusammenarbeit entwickelt. Besonders für Unternehmen bietet sie einen direkten Zugang zu einem der bedeutendsten Märkte der Welt. Gleichzeitig eröffnet sie Chancen für Investitionen, Fachkräfteaustausch und technologische Kooperationen.
Damit bleibt die Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang ein wichtiger Baustein der internationalen Ausrichtung des Landes und ein Beispiel dafür, wie regionale Partnerschaften nachhaltige wirtschaftliche Impulse schaffen können.
Quelle: Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Foto: Westsee Hangzhou 1987 © Thomas Kiefer

