Staatskanzlei Schleswig-Holstein zieht Bilanz
| Erste Verbindungen zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang gehen ins Jahr 1985 zurück. Der damalige Gouverneur Zhejiangs besuchte Deutschland und interessierte sich für eine Partnerschaft mit einem der Länder in Deutschland. Am 20. April 1986 wurde eine erste Vereinbarung über die Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Provinz Zhejiang unterzeichnet.1995 bereiste eine Delegation von Regierungsmitgliedern und Wirtschaftsvertretern nach Hangzhou, der Hauptstadt von Zhejiang. Am 6. Oktober 1995 wurde die Vereinbarung über die Gründung der Schleswig-Holstein-Zhejiang-Förderkommission unterzeichnet. Ziel der Kommission ist der Ausbau der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel, Wissenschaft und Technologie. Die Kommission tagt alle zwei Jahre abwechselnd in Hangzhou und Schleswig-Holstein. Vorsitzender auf schleswig-holsteinischer Seite ist der Chef der Staatskanzlei, Heinz Maurus. Seit 1995 hat es mehrere Delegationsreisen der Landesregierung (zuletzt im Jahr 2002) gegeben. Durch die Reisen nach Zhejiang, zuletzt im März 2004, wurden neue Projekte initiiert, bestehende Kooperationen ausgebaut und die Freundschaft zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang weiter gefördert. Zusammenarbeit zwischen China und Schleswig-Holstein In Schleswig-Holstein gibt es regelmäßig Seminare für chinesische Fach- und Führungskräfte. Seit 1987 sind 16 Seminare veranstaltet und rund 250 Chinesen fortgebildet worden. Das Seminar im September 2003 behandelte das Thema Notfallmedizin/Rettungsdienste. Seit 2004/2005 werden auch Firmenpraktika (Praktikantenaustausche) angeboten.Zusammenarbeit der Hochschulen Fast alle schleswig-holsteinischen Hochschulen haben Partnerschaften mit Universitäten in Zhejiang. Es gibt einen regelmäßigen Studenten- und Wissenschaftleraustausch. Bei der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bilden Chinesen die größte Gruppe ausländischer Studenten. Im März 2004 wurde ein Alumni-Verein der Christian-Albrechts-Universität in Hanghzou gegründet. Schulpartnerschaft zwischen der Hangzhou Middle School No. 2 und drei Gymnasien aus Glinde, Reinbek und Wentorf: Kontakte bestehen seit 1998. In diesem Jahr sind erstmals auch Schüler und Schülerinnen sowie Lehrer aus Hangzhou in Schleswig-Holstein gewesen. Schleswig-Holsteinische Schülerinnen und Schüler waren bereits zum dritten Mal in China bei der Hanghzou Middle School No. 2 zu Besuch (zuletzt im Juni/Juli 2004). Gesundheit Ein neuer Schwerpunkt der intensiven Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und der Gesundheitswirtschaft ist die Förderung der Kooperation im Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Förderkommission Die Kommission besteht aus 16 Mitgliedern, jeweils acht aus Schleswig-Holstein bzw. Zhejiang. Dem Gremium gehörten in Schleswig-Holstein die Staatssekretäre für Wirtschaft, Bildung und Energie an. Weitere Mitglieder sind die Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein (WSH), die HSH-Nordbank, die Vereinigung der Industrie- und Handelskammern. Auch die ehemalige DrägerForum GmbH gehörte zu den Mitgliedern. Die Förderkommission tagte zuletzt im April 2004 in Kiel. Die 5. gemeinsame Sitzung wird 2006 in Hangzhou stattfinden. Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein in China Im Oktober 1996, anlässlich der ersten gemeinsamen Sitzung der Förderkommission, wurde das Schleswig-Holstein-Büro in Zhejiang zunächst mit einem chinesischen Mitarbeiter eröffnet. Mittlerweile hat das Büro 4 feste Mitarbeiter. Das Büro dient in erster Linie als Kontaktstelle für chinesische und schleswig-holsteinische Unternehmer. 1999 wurde der Repräsentanz in Hangzhou ein Gemeinschaftsbüro für Unternehmen aus Schleswig-Holstein angegliedert. Aufgrund der durch die Repräsentanz entstandenen Kontakte der WTSH war dies ein nächster Schritt, um schleswig-holsteinischen Unternehmen eine Präsenz auf dem chinesischen Markt zu ermöglichen und so die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang auszubauen. Dem Gemeinschaftsbüro gehören zurzeit 30 Unternehmen aus Schleswig-Holstein an, denen es gelungen ist, geeignete Geschäfts- und Kooperationspartner zu finden und Verträge abzuschließen. Einige Beispiele aus der erfolgreichen Bilanz der WTSH dafür sind: – die Firma SECA Vogel & Halke GmbH hat einen guten Einstieg in den chinesischen Markt gefunden und in Hanghzou eine Produktion für medizinische Produkte aufgebaut.“ – die Firmen Collmann, (Maschinenhersteller für die Reifenrunderneuerungsindustrie, Lübeck) und Roman Seliger_ (Schlaucharmaturen, Norderstedt) nutzten das Angebot der WSH für umfangreiche Markterkundungen. Die Provinzregierung Zhejiang hat im Jahr 2001 einen Auftrag für sechs Windkraftanlagen an die Lübecker Firma DeWind erteilt. Die Anlagen sind im Cagnan Windpark im Süden Zhejiangs aufgebaut. Die Firma Dräger, die mit einer Repräsentanz in Shanghai vertreten ist, hat einen Auftrag für die Lieferung von 400 Atemschutzgeräten für die Feuerwehr in Zhejiang erhalten. Seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO Ende 2001 ist ein verstärktes Interesse chinesischer Firmen zu erkennen, in Deutschland bzw. in Schleswig-Holstein zu investieren. Diesem Trend folgend wurden die Aktivitäten der WTSH im Bereich Standortmarketing China forciert. So konnten im Jahr 2004 bereits 13 chinesische Unternehmen, u. a. aus den Bereichen Logistik oder Medizintechnik, neu in Schleswig-Holstein angesiedelt werden. Weitere Unternehmen aus den Bereichen Textil/Kunststoffe sind auf bestem Wege einer Firmengründung in Schleswig-Holstein. Außerdem nutzen nach wie vor schleswig-holsteinische Unternehmen die Gelegenheit, sich bei der WTSH in persönlichen Beratungsgesprächen (jährlich ca. 40 Beratungen) über ihre Chancen im Chinesischen Markt zu informieren. Verantwortlich für diesen Text: Dr. Christian Hauck, Rüdiger Ewald Landeshaus, 24105 Kiel Telefon 0431 988-1704 | Telefax 0431 988-1977 | E-Mail: landesregierung@schleswig-holstein.de| |
| Quelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein |
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
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