Bethune Medical Museum
Museum Medical Aid to China-India
In China bieten die großen Provinzmuseen unglaubliche Kunstschätze, die in europäischen Museen oftmals kaum bewundert werden können. Aber auch die vielen kleineren Museen, die sich bestimmten Themen widmen, sind spannend. Im Bethune Medical Museum und im Museum Medical Aid to China-India in Shijiazhuang lässt sich nicht nur einiges zur chinesischen Geschichte, sondern auch zur Weltgeschichte lernen. Wie auch in anderen Ausstellungen Chinas wird dort eher auf das Verbindende eingegangen, anstatt pauschale Feindbilder aufzubauen.
Das Bethune Medical Museum und das Museum Medical Aid to China-India widmen sich der medizinischen Hilfe, die China während des Zweiten Weltkriegs im blutigen Kampf gegen die faschistische japanische Armee erhielt. Damals war China bitterarm, unterentwickelt und eine funktionierende Versorgung – insbesondere für die in den Kämpfen verwundeten Soldaten und Zivilisten – äußerst schwierig.
Henry Norman Bethune war ein kanadischer Arzt und Internationalist, der in der operativen Behandlung von Tuberkulose führend war. Er wirkte als Chirurg im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1937) sowie in der Republik China (1938–1939). Beunruhigt von den Nachrichten über die intensivierten Angriffe der japanischen Armee auf chinesisches Territorium und den Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges, beschloss er, den chinesischen kommunistischen Streitkräften beizustehen. Ende Februar 1938 gelangte er zur 8. Marschroute-Armee, einem Vorläufer der Volksbefreiungsarmee.
Bethune begann, das Sanitätswesen neu zu ordnen, schuf Ausbildungsmöglichkeiten und arbeitete mit großem Engagement in den von ihm initiierten mobilen chirurgischen Feldlazaretten. Für die Einrichtung eines Transfusionsdienstes reichten die Mittel bei Weitem nicht aus bzw. waren wegen der Blockade unmöglich zu bekommen. Bei einer Operation zog er sich infolge einer Schnittverletzung eine Blutvergiftung zu, an deren Folgen er am 12. November 1939 in der Gemeinde Huangshikou (Provinz Hebei) verstarb.
Seine Arbeit und sein unermüdlicher Einsatz machten bereits damals in China – auch bei Mao Zedong – tiefen Eindruck. Später veröffentlichte Mao den Essay „In Erinnerung an Norman Bethune“ (chinesischer Originaltitel: 紀念白求恩, Jinian Bai Qiu’en), welcher Bethunes Zeit in China thematisiert. Zumindest während der Mao-Ära war diese Schrift im Land weit verbreitet. Mao schrieb im Vorwort: „Als selbstloser Internationalist ist Doktor Bethune ein Vorbild für jeden Menschen.“
Die Norman-Bethune-Gedächtnishalle wurde am 12. November 1975 offiziell eröffnet. Über 1.200 Objekte sind hier zu sehen. Auf den Informationstafeln finden sich umfangreiche Hinweise zum Leben und Wirken von Dr. Bethune in China, aber auch zum zeitgeschichtlichen Umfeld.
Gegenüber im gleichen Gebäudekomplex befindet sich das Museum Medical Aid to China-India. Dort wird die Geschichte der indischen medizinischen Hilfe für China während des Zweiten Weltkriegs aufgezeigt. Als Reaktion auf einen dringenden Appell des kommunistischen Generals Zhu De an Jawaharlal Nehru entsandte der Indische Nationalkongress ein Freiwilligenteam aus fünf indischen Ärzten (Dr. M. Atal, Dr. B. K. Basu, Dr. M. Cholkar, Dr. D. Mukherji und Dr. Dwarkanath Kotnis), um China im Krieg zu unterstützen. Zu sehen sind unter anderem ein Modell von Dr. Kotnis‘ Medizinkoffer sowie die Ausstellungshalle zur Geschichte der indischen medizinischen Mission in China. Zahlreiche Schautafeln dokumentieren die Details dieser indisch-chinesischen Kooperation.
Links
Norman Bethune
In memory of Norman Bethune
Norman-Bethune-Gedächtnishalle
VIDEO. Norman Bethune: ‚I give my all to the most just cause in the history of mankind‘
Dr. Kotnis Ki Amar Kahaani
Der unvergessliche Einfluss und das Andenken an DR. Kotnis
Indian doctor’s eternal bond with China immortalized
VIDEO. China remembers: The Indian doctor who gave his life in the War of Resistance

























ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Fotos: © Georg Hassa /Thomas Kiefer

