Hunan 湖南省 Yueyang 岳阳市

Liuzhuang -Residenz von Zuo Zongtang

Zuo Zongtang (左宗棠) war ein chinesischer Staatsmann und Offizier der späten Qing-Dynastie. Geboren wurde er im Kreis Xiangyin in der Provinz Hunan. Seine ehemalige Residenz liegt in Liujiachong, das jetzt zur Stadt Yueyang gehört. Sie wurde 1843 erbaut. Zuo finanzierte den Kauf des Anwesens und den Bau mit Ersparnissen aus seiner Zeit als Lehrer und entwarf das Gebäude selbst. Der aus Ziegeln und Holz errichtete Komplex umfasst eine Fläche von etwa 0,29 Hektar und verfügt über 48 nach Osten ausgerichtete Räume. Vor dem Haus befindet sich ein idylischer Teich, dahinter erheben sich mahlerische Hügel. Zuo gab dem Anwesen den Namen „Liuzhuang“ – was so viel wie „Weidenanwesen“ bedeutet, da er die Widerstandsfähigkeit der Weide bewunderte.

Sein während seines späteren „Westfeldzugs“ geäußerter Vorschlag, Weiden zur Befestigung der Grenzgebiete zu pflanzen, spiegeln den Geist wieder, der auch im Namen Liuzhuang zum Ausdruck kommt. Die Natur zu respektieren und zu nutzen ist auch noch heute ein Grundprinzip in China. In Nordchina werden hunderte Kilometer lange grüne Barrieren, beschattet von Solaranlagen. Der Feind, der damit abgewehrt wird ist jetzt die Wüste, sind Sandstürme.

Heute ist Liuzhuang eine Stätte des kulturellen Erbes, die die Ideale landwirtschaftlicher Gelehrsamkeit und die großen Verdienste von  Zho für sein Land verdeutlicht. Sie beherbergt eine Gedenkhalle sowie einen Ausstellungsbereich, der Zuos Schriften zur Landwirtschaft präsentiert. Während der 14 Jahre, die er dort verbrachte, widmete sich Zuo intensiv dem Studium von Landwirtschaft und Seidenraupenzucht und verfasste die landwirtschaftliche Abhandlung „Pucunge Nongshu“. Über dem Haupteingang ließ er ein berühmtes Vers anbringen: „Nicht einmal einen halben Acker besitzend, trage ich dennoch die Sorgen der Welt im Herzen.“

Zuo ist außerhalb Chinas vor allem für seine militärischen Erfolge bekannt, leistete aber auch Beiträge zur chinesischen Agrarwissenschaft und Bildung. Insbesondere förderte er den Baumwollanbau in Nordwestchina als Ersatz für die Exportfrucht Opium und gründete in den Provinzen Shaanxi und Gansu einen großen, modernen Verlag, der konfuzianische Klassiker und neuere Werke zur Agrarwissenschaft veröffentlichte. In der Residenz sind einige Felder mit diesen damals neuen Agrarfrüchten zu sehen. Insbesondere die Einführung der Chili, welche in der Hunan-Küche jetzt nicht fehlen darf, wird ihm zugeschrieben.

In Liuzhuang formte sich seine Philosophie der Staatskunst und des praktischen Wissens; hier wandelte er sich vom Gelehrten auf dem Land zu einer militärischen und politischen Führungspersönlichkeit von nationaler Bedeutung. Zho begann dann seine Karriere im Militär der Qing-Dynastie mit der Teilnahme am Feldzug gegen den Taiping-Aufstand im Jahr 1851. 1866 beaufsichtigte Zuo den Bau des Foochow-Arsenals und der Marineakademie. Im selben Jahr wurde er zum Vizekönig von Shaan-Gan ernannt , wo er die Industrialisierung der Provinz Gansu leitete. 1867 wurde er zum kaiserlichen Kommissar für Militärangelegenheiten in Gansu ernannt.

Während seiner Amtszeit als kaiserlicher Kommissar in Gansu war Zuo an der Niederschlagung des Nian-Aufstands und des Dungan-Aufstands beteiligt. Ende der 1870er Jahre hatte er die Dungan-Rebellen besiegt und die Provinz Xinjiang von den Rebellen zurückerobert. 1884 wurde er in den Großen Rat berufen, bevor er erneut zum kaiserlichen Kommissar ernannt wurde, um die Marineangelegenheiten zu beaufsichtigen. Er starb 1885 in Fuzhou, Provinz Fujian, und erhielt posthum den Namen Wenxiang.

Zuo bleibt als Pionier der chinesischen Modernisierung, als standhafter Verteidiger der nationalen Souveränität sowie als engagierter Bewahrer und Vermittler der wertvollen traditionellen Kultur in Erinnerung, so die Gedenkstätte

Liuzhuang. Ehemalige Residenz von Zuo Zongtang – Mit Videos

ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Fotos:  © Georg Hassa / Thomas Kiefer